So stark verändert sich der Nationalrat im Herbst

Das konservative Lager könnte über ein Dutzend Sitze verlieren. Die Folge sind neue Mehrheiten in der Gesellschaftspolitik. Unsere Prognose für jede Partei in allen 26 Kantonen.

Raphaela Birrer, Markus Häfliger und Patrick Vögeli

 

Hinweis: Tamedia-Umfrage vom September 2019 (max. Fehlerbereich +/- 1,3%-Punkte), SRG-Umfrage vom Oktober 2019 (max. Fehlerbereich +/- 1,4%-Punkte)
Grafik: pvo/Quelle: BFS, SRG, Tamedia

Grüne und GLP gewinnen, SVP, CVP und BDP verlieren, SP und FDP stagnieren: Mit dieser Formel wird sich die Zusammensetzung des Nationalrats gemäss Prognose dieser Zeitung am 20. Oktober markant verändern. Mit den neuen Kräfteverhältnissen dürfte die grosse Kammer nicht nur ökologischer und linker, sondern auch progressiver werden. Dass das konservative Lager, zu dem neben der SVP auch die rechten Flügel der Mitte-Parteien CVP und BDP gehören, geschwächt wird, könnte sich insbesondere gesellschaftspolitisch auswirken. Seit Jahren blockierte Vorlagen wie individualisierte Steuermodelle, Ehe für alle, Elternzeit oder Cannabis-Versuche in den Städten wären in der neuen Konstellation im Nationalrat eher mehrheitsfähig – zumal auch die liberale FDP viele solcher Anliegen mitträgt. Schwerer dürften es hingegen wirtschaftsliberale Ansätze haben: Die erstarkten grünen Kräfte und die auf hohem Niveau stabile SP wollen gerade im aktuell dominierenden Klima- und Umweltschutz die Wirtschaft stärker in die Pflicht nehmen.

Der Formstand der politischen Lager und die inhaltlichen Folgen ergeben sich aus einer grossen Analyse über die potenziellen Sitzverschiebungen bei den Wahlen im Herbst. Zu diesem Zweck hat diese Zeitung die Ausgangslage für die Parteien in allen 26 Kantonen untersucht. Die Auswertung basiert auf den Wähleranteilen bei den letzten kantonalen und nationalen Wahlen, stützt sich auf die verfügbaren Wahlumfragen, berücksichtigt die Listenverbindungen und kantonale Besonderheiten wie lagerübergreifende Allianzen. (siehe Methodik)

Das sind die Hauptbefunde

Grüne und GLP: Die ökologischen Kräfte gewinnen

Die Ausgangslage für Grüne und GLP ist angesichts der Themenkonjunktur komfortabel: Sie dürften die grossen Wahlsiegerinnen sein. Die Grünen (heute 11 Sitze) haben ein Gewinnpotenzial von bis zu 9 Sitzen. In vier Kantonen stehen die Chancen sehr gut, während nur einer der bestehenden Sitze gefährlich wackelt. Intakte Chancen haben die Grünen in sechs weiteren Kantonen – darunter in mehreren, in denen sie bei den letzten Wahlen Mandate verloren hatten. Besonders in Form ist die Partei in der Romandie und in der Ostschweiz.

Die GLP dürfte alle acht bestehenden Sitze halten. In Zürich und Luzern hat sie besonders hohe Chancen für einen Sitzgewinn – in Zürich könnte es sogar für zwei Mandate reichen. In vier weiteren Kantonen sind die Chancen intakt. Häufig stehen die Grünliberalen dabei in direkter Konkurrenz zu den Grünen und der SP. Die drei Parteien schmälern ihre Gewinnchancen wechselseitig – was ihr Potenzial einschränkt. Auch das hohe Quorum in kleinen Kantonen macht es der Kleinpartei GLP vergleichsweise schwer, Mandate zu gewinnen.

SVP: Der rechte Pol verliert
Das grösste Netto-Verlustpotenzial hat mit bis zu neun Sitzen die SVP. In vier Kantonen ist das Risiko für die Partei gross, in sechs weiteren moderat. Aussicht auf einen Sitzgewinn hat die SVP nur in einem Kanton (OW) – und auch dort nur verbunden mit den Unwägbarkeiten einer Majorzwahl. Bei den Wahlen 2015 hatte die Partei um 11 auf 64 Sitze zugelegt – nun dürfte sie einen grossen Teil dieses Zuwachses wieder verlieren. Trotzdem wird die SVP die mit Abstand stärkste Fraktion im Bundeshaus bleiben.
CVP und BDP: Die Mitte verliert

Für die BDP werden die Wahlen existenzbedrohend: Von ihren sieben Sitzen wird sie jene in Graubünden und Zürich mit hoher Wahrscheinlichkeit verlieren, zwei weitere im Aargau und in Bern wackeln. Neben der – mutmasslich verkleinerten – Berner Deputation sitzt nur Parteichef Martin Landolt in Glarus fest im Sattel. Damit würde die Partei im Bundeshaus unter die für die Fraktionsbildung nötige Mindestzahl von fünf Sitzen schrumpfen.

Auch die CVP droht bis zu einem Viertel ihrer heute 26 Mandate zu verlieren. Je einen Sitz im Wallis und in Luzern wird sie mit hoher Wahrscheinlichkeit einbüssen, bei vier weiteren besteht ein erhöhtes Risiko. In drei Kantonen hat sie moderate Chancen, einen Sitz zu gewinnen. In der Summe dürfte die CVP somit zwischen drei und sechs Mandate weniger haben. Dass die Bilanz nicht schlechter ausfällt, hat sie vielerorts breiten Mitte-Listenverbindungen zu verdanken.

SP und FDP: Die beiden Bundesratsparteien stagnieren

Die SP, die heute 42 Sitze hat, steht insbesondere in der Romandie unter Druck: Ohnehin bedrängt von der extremen Linken, machen ihr dort die aufstrebenden Grünen Konkurrenz. Ihre Herausforderung ist es daher, die bestehenden Sitze zu halten. Schweizweit sind in der Summe vier Sitzgewinne möglich, während die SP drei Mandate zu verlieren droht. Unter dem Strich könnte die Partei somit um einen Sitz zulegen.

Auch die Sitzzahl der FDP – heute 33 – dürfte vielerorts stabil bleiben. Zwei Mandate sind moderat, jenes in Zug stark gefährdet. In fünf Kantonen hat die FDP Aussicht auf einen Sitzgewinn, jenen in Graubünden wird sie mit hoher Wahrscheinlichkeit holen. In der Summe dürfte die Partei mit zwei möglichen Sitzgewinnen stabil bleiben. Damit wäre die FDP die einzige Partei rechts der Mitte, die sich mindestens halten kann.

AG: SVP mit dem Rücken zur Wand

16 Sitze
Sitz (2019)
Partei2015, NationalratTrend
SVP
FDP
SP
BDP
CVP
GLP
GPS
EVP
Keine

Die Wahlen 2015 waren für die SVP im Aargau ein Triumph: 7 von 16 Sitzen! Jetzt sieht es düster aus: Zusätzlich zu den national schlechten Umfragewerten steckt die SVP Aargau in einer hausgemachten Krise. Zudem hat sie den Generationenwechsel verpasst, sodass sie jetzt gleich vier altgediente Nationalräte ersetzen muss, unter ihnen Ulrich Giezendanner und Luzi Stamm. Ein Sitzverlust ist darum wahrscheinlich. Beim SVP-Nachwuchs fallen mehrere junge Frauen auf. Es kann also sein, dass der Partei dieses Mal der Generationenwechsel von den alten Herren zu den jungen Frauen gelingt. Etwas weniger gefährdet, aber auch nicht garantiert ist der dritte Sitz der Listenpartnerin der SVP: Die FDP kam 2015 nur dank viel Proporzglück auf drei Mandate. Das Umgekehrte gilt für die SP: Sie verpasste 2015 den dritten Sitz nur knapp und hat jetzt beste Chancen, ihn zurückzuholen – auch dank Stimmen ihrer grünen Listenpartnerin. Der Aargau ist zudem einer der wenigen Kantone, wo sich die CVP bescheidene Hoffnungen auf einen Sitzgewinn machen kann – dank einer Rekordzahl von Listen und einer Allianz mit der GLP. Die BDP und die EVP sollten gemeinsam einen Sitz schaffen. Innerhalb ihrer Listenverbindung ist das Rennen aber offen zwischen dem amtierenden Bernhard Guhl (BDP) und der Newcomerin Lilian Studer (EVP), Tochter des Alt-Nationalrats Heiner Studer.

AR: Vereint gegen die SVP

1 Sitze
Sitz (2019)
Partei2015, NationalratTrend
SVP
FDP
Keine

Vor vier Jahren verlor die FDP erstmals in der Kantonsgeschichte ihren Sitz an die SVP. Deren Vertreter David Zuberbühler politisiert in Bern unauffällig, aber pointiert rechts. Der Sitz dürfte für den Freisinn wieder zu holen sein, wenn sich die Mitte-links-Wähler hinter einer Gegenkandidatur vereinen. Dafür sind die Weichen nun gestellt: Nachdem FDP-Spitzenkandidatin Daniela Merz – die Schwiegertochter von Alt-Bundesrat Hans-Rudolf Merz – gesundheitsbedingt kurzfristig hatte absagen müssen, fand die Partei mit der 41-jährigen Juristin Jennifer Abderhalden eine neue Anwärterin. Die SP unterstützt die Kandidatur. Abderhaldens Manko: Sie ist eine politische Quereinsteigerin.

AI: CVP dominiert – trotz Konkurrenz

1 Sitze
Sitz (2019)
Partei2015, NationalratTrend
CVP

Den einzigen Innerrhoder Nationalratssitz hat schon seit über einem Jahrhundert die CVP inne – und die Chancen stehen gut für die Partei, dass dies so bleiben wird. Auf Daniel Fässler, der an der Landsgemeinde im Frühling in den Ständerat gewählt wurde, dürfte erneut eine CVP-Vertretung folgen. Offiziell hat die Partei Gesundheitsdirektorin Antonia Fässler nominiert. Sie wäre die erste Innerrhoder Frau im Nationalrat. Allerdings hat sie parteiinterne Konkurrenz: Der vom Gewerbe getragene Ex-Regierungsrat Thomas Rechsteiner tritt ebenfalls an. Auch SVP und SP stellen je einen Kandidaten für den vakanten Sitz. Erstere tritt mit Finanzdirektor Ruedi Eberle an, Letztere mit Kantonalpräsident Martin Pfister. SP-Mann Pfister wird im konservativen Kanton chancenlos sein, SVP-Vertreter Eberle könnte von der CVP-internen Stimmenzersplitterung profitieren. Trotzdem dürfte auch seine Kandidatur aussichtslos sein angesichts der Dominanz der CVP, die 2015 auf einen Wähleranteil von 76 Prozent kam.

BE: SVP muss zittern, EDU und Funiciello dürfen hoffen

25 Sitze
-1 Sitz (2019)
Partei2015, NationalratTrend
SVP
SP
BDP
FDP
GLP
GPS
EVP
EDU
Keine

Mindestens eine Partei im Kanton Bern wird einen Sitz verlieren. Das steht fest, weil der Kanton aufgrund der Bevölkerungsentwicklung neu einen Sitz weniger erhält. Am stärksten gefährdet ist die SVP, die auf ihre kantonale Lokomotive Adrian Amstutz verzichten muss. Laut einer Wahlumfrage der Zeitung «Der Bund» kann die Partei froh sein, wenn sie nicht zwei, sondern nur einen Sitz verliert. Auch die BDP kann aus eigener Kraft ihre drei Sitze kaum verteidigen; möglicherweise wird sie aber durch die breite Mitte-Listenverbindung mit GLP, EVP und CVP gerettet. Für die Berner Grünen sind die Aussichten auf einen dritten Sitz gut. Es ist aber möglich, dass dieser auf Kosten ihrer Listenpartnerin SP geht, deren sechster Sitz ein wackliges Restmandat ist. So oder so hat die frühere Juso-Präsidentin Tamara Funiciello intakte Chancen, den Sitz der abtretenden Margret Kiener Nellen zu erben; ein allfälliger Sitzverlust dürfte die SP-Männerliste treffen. Die GLP holte 2015 den zweiten Sitz von Kathrin Bertschy nur knapp; dieser ist jetzt ungefährdet. Die Eidgenössisch-Demokratische Union (EDU) kann sich Chancen ausrechnen, nach achtjähriger Absenz ins Bundeshaus zurückzukehren. Dafür hat die EDU eine breite Listenverbindung mit diversen Kleinstparteien und Jux-Listen gebildet – von den Schweizer Demokraten bis zur Liste «5G ade!». Nicht ausgeschlossen, aber eher unwahrscheinlich ist ein Sitzgewinn der FDP. Auch die EVP dürfte bei einem Mandat verharren.

BL: Stabilität im Baselbiet

7 Sitze
Sitz (2019)
Partei2015, NationalratTrend
SP
SVP
CVP
FDP
GPS

Im Kanton Basel-Landschaft kann viel Geld darauf gewettet werden, dass sich an der Sitzverteilung nichts ändern wird. Als gefährdet galt lange die CVP-Nationalrätin und Ex-Bundesratskandidatin Elisabeth Schneider-Schneiter. Doch nun hat es die CVP – ähnlich wie in Freiburg – geschafft, ihr wackliges Restmandat mit einer breiten Listenverbindung abzusichern. Vor vier Jahren war die CVP bloss mit der BDP verbündet. Jetzt stellen auch die GLP und die EVP ihre Stimmen in den Dienst Schneider-Schneiters, alle ohne Chancen auf einen eigenen Sitz.

BS: Alle Augen auf einen Sitz

5 Sitze
Sitz (2019)
Partei2015, NationalratTrend
SP
GPS
LDP
SVP
FDP
Keine
GLP
Keine

In Basel-Stadt wackelt der grüne Sitz von Sibel Arslan gefährlich. Sie hält ein knappes Restmandat, das alle vier Jahre zwischen den Parteien wechselt – und jeweils in das Lager mit der besten Listenverbindung geht. Das trifft diesmal wahrscheinlich auf die Mitte zu, die bis jetzt nur den Liberaldemokraten Christoph Eymann nach Bern entsendet. Dieser politisiert in der FDP-Fraktion. Jetzt haben sich alle bürgerlichen Parteien ausser der SVP zusammengeschlossen, sodass sie gemeinsam auf zwei Vollmandate kämen, wenn die Wähleranteile in der Summe etwa gleich blieben wie 2015. Profitieren könnte die FDP – oder die GLP, die mit BDP und EVP eine Unterlistenverbindung gebildet hat.

FR: Die Zeichen stehen auf Kontinuität

7 Sitze
Sitz (2019)
Partei2015, NationalratTrend
CVP
SP
SVP
FDP

In Freiburg treten sechs der sieben Amtsinhaber nochmals an; einzig die CVP muss ihren früheren Nationalratspräsidenten Dominique de Buman ersetzen. Die personelle Stabilität reduziert auch die Wahrscheinlichkeit von Sitzverschiebungen. Der Status quo ist darum das plausibelste Szenario – zumal die CVP zur Absicherung ihrer zwei Sitze eine breite Mitte-Listenverbindung bilden konnte. Damit die CVP – oder allenfalls auch die SVP – einen Sitz verlieren würde, brauchte es unerwartet grosse Wählerverschiebungen. Profitieren würden in diesem unwahrscheinlichen Fall die SP oder die Grünen.

GE: Wahlen im Schatten der Maudet-Affäre

11 Sitze
+1 Sitz (2019)
Partei2015, NationalratTrend
FDP
SP
SVP
CVP
GPS
MCG
EAG
Keine

Der zwölfte Sitz, den der wachsende Kanton erhält, geht voraussichtlich an die Grünen. Ansonsten stehen die Wahlen in Genf ganz im Schatten eines Politikers, der gar nicht kandidiert. Werden die Wähler die FDP abstrafen für die Eskapaden ihres Staatsrats Pierre Maudet? Und werden die Fans von Maudet noch FDP wählen? Allerdings müsste die FDP, die in Genf vor vier Jahren stärkste Partei war, deutlich verlieren, damit sie einen ihrer drei Sitze abgeben müsste – erstens wegen des zusätzlichen Sitzes, den der Kanton erhält, und zweitens weil sie mit der CVP eine Listenverbindung eingegangen ist. Auch bei dieser Partei sind mehrere Politiker in Spesen- und Spendenaffären verwickelt, doch sie dürfte ebenfalls ihren einzigen Sitz halten. Der Amtsinhaber Guillaume Barrazone tritt aber – just wegen eines Spesenskandals – nicht mehr an. Schwierig sind die Prognosen für das Mouvement Citoyen Genevois: Hat die Protestpartei noch genug Kraft, um den Sitz ihres äusserst unauffälligen Nationalrats Roger Golay zu verteidigen? Ebenso schwierig ist die Prognose, ob dafür «Ensemble à gauche», die extreme Linke, wieder einen Sitz erobern kann wie zuletzt 2003.

GR: BDP-Debakel in Sicht

5 Sitze
Sitz (2019)
Partei2015, NationalratTrend
SVP
BDP
CVP
SP
FDP
Keine
GLP
Keine

Neben Bern war Graubünden für die BDP einst die zweite Hochburg, doch jetzt sieht es für sie böse aus: Wie schon 2015 versucht die Partei ihren Nationalratssitz zwar in einer Listenverbindung mit der CVP und der FDP zu verteidigen. Doch eine aktuelle Sotomo-Wahlumfrage sagt ihr voraus, dass sie hinter die FDP zurückfallen und den Sitz von Duri Campell daher verlieren wird. Die FDP Graubünden würde damit nach längerer Abwesenheit in den Nationalrat zurück kehren. Zittern muss auch die SVP um ihren zweiten Sitz, den Magdalena Martullo-Blocher 2015 knapp erobert hat. Dieses Mal könnte dieser Sitz an die selbsternannte „Klima-Allianz“ von SP, GLP und Grünen gehen. Innerhalb dieses Bündnisses hat die GLP die besten Chancen, den Sitz zu erben. Offen ist, ob in diesem Fall Martullo abgewählt würde – oder ihr Parteikollege Heinz Brand, der designierte Nationalratspräsident. Ungefährdet ist in jedem Szenario Martin Candinas (CVP). Problemlos gewählt werden dürfte auch Jon Pult (SP) als Nachfolger der abtretenden Nationalrätin Silva Semadeni.

GL: BDP-Chef gegen SP-Newcomerin

1 Sitze
Sitz (2019)
Partei2015, NationalratTrend
BDP

BDP-Krise hin oder her: Wenn alles normal läuft, müsste Martin Landolt, Präsident der BDP Schweiz, den einzigen Glarner Nationalratssitz verteidigen können. Wie schon vor vier Jahren wird er bei diesem Unterfangen von der SP herausgefordert. Damals schickte die SP ihren Fraktionschef im Kantonsparlament ins Rennen, der Landolt gefährlich nahekam und am Ende nur knapp unterlag. Dieses Mal tritt die 33-jährige Lehrerin und dreifache Mutter Priska Grünenfelder gegen Landolt an – eine Kandidatin, die bisher kein politisches Amt innehatte.

JU: Der Kampf findet parteiintern statt

2 Sitze
Sitz (2019)
Partei2015, NationalratTrend
CVP
SP

Für die SP und die CVP ist der Jura ein Heimspiel: Ihre Sitze sind ungefährdet. Offen ist aber, ob beide Amtsinhaber wiedergewählt werden. Bei der SP droht dem Arzt Pierre-Alain Fridez ernsthafte Konkurrenz durch den 32-jährigen Syna-Gewerkschafter Loïc Dobler. Für Dobler spricht unter anderem, dass er aus dem Delsberger Tal stammt, wo mehr als die Hälfte der Kantonsbevölkerung wohnt. Auch Jean-Paul Gschwind (CVP) wird von einer jüngeren, aber politisch bereits etablierten Parteikollegin, Anne Froidevaux, herausgefordert.

LU: CVP und SVP drohen Verluste

10 Sitze
-1 Sitz (2019)
Partei2015, NationalratTrend
CVP
SVP
FDP
GPS
SP
GLP
Keine

Der Kanton wird wegen der Bevölkerungsentwicklung einen Sitz verlieren – und sogar CVP-Vertreter rechnen damit, dass dies auf Kosten ihrer Partei gehen wird. Andrea Gmür gewann den dritten Sitz 2015 nur knapp dank eines Restmandats. Nun kandidiert sie gleichzeitig für den traditionellen CVP-Sitz im Ständerat. Auch das dritte SVP-Mandat wackelt seit Jahren, und die Partei hat bei den kantonalen Wahlen im Frühling stark verloren. Ein Sitzverlust ist deshalb auch für sie wahrscheinlich. Treffen könnte es Yvette Estermann oder Felix Müri. Franz Grüter wird sich mit seiner – nicht aussichtslosen – Ständeratskandidatur Stimmen sichern. Demgegenüber wird die FDP ihren Besitzstand wohl wahren. Einen Sitz gewinnen dürfte dafür die Listenverbindung aus SP, Grünen und GLP – und innerhalb dieser Allianz dürfen sich die Grünliberalen die grössten Chancen ausrechnen. Sie hatten in Luzern schon einmal ein Mandat, verloren es aber 2015 an die SVP. Der grüne Sitz von Michael Töngi – der einzige in der Zentralschweiz – ist lediglich ein Restmandat, allerdings hat die Partei bei den kantonalen Wahlen zugelegt.

NE: Stehaufmann Ivan Perrin

4 Sitze
Sitz (2019)
Partei2015, NationalratTrend
FDP
PdA
SP
SVP
GPS
Keine

In Neuenburg wird womöglich die gesamte vierköpfige Nationalratsdeputation ausgewechselt. Den vakanten FDP-Sitz könnte Damien Cottier, Ex-Stabschef von Bundesrat Didier Burkhalter, erobern. Auch der vakante SP-Sitz wird rot bleiben. Zittern muss aber Denis de la Reussille, der einzige Vertreter der Partei der Arbeit (PdA) im Bundeshaus. Die Gefahr ist gross, dass sein Sitz zu seiner grünen Listenpartnerin wechselt – hier käme voraussichtlich Céline Vara, die 34-jährige Vizepräsidentin der Grünen Schweiz, zum Zuge. Die SVP steckt in Neuenburg in einer personellen Dauerkrise. Damit sie ihren vakanten Sitz an die FDP verliert, müssten ihr die Wähler aber in grossen Scharen davonlaufen. Wahrscheinlicher ist, dass Ivan Perrin den Sitz verteidigt. Perrin war schon einmal im Nationalrat, war lange Zeit der Wortführer der SVP in der Romandie, musste dann aber als Neuenburger Staatsrat nach kurzer Amtszeit wegen eines Zusammenbruchs zurücktreten. Jetzt dürfte Perrin sein politisches Comeback schaffen.

NW: SVP ohne ernsthafte Konkurrenz

1 Sitze
Sitz (2019)
Partei2015, NationalratTrend
SVP

Es braucht nicht viel Mut, um in Nidwalden auf Peter Keller zu wetten. Der SVP-Mann wird zum zweiten Mal in Folge von einem chancenlosen Konkurrenten herausgefordert: Nach dem Journalisten Andrea Fagetti 2011 will nun der ehemalige CVP-Regierungsrat Alois Bissig eine stille Wahl Kellers verhindern. Weitere Kandidaten gibt es nicht. Bissig wird zwar von einem überparteilichen Komitee unterstützt, nicht jedoch von der eigenen Partei. Seine Amtszeit in der Regierung von 2010 bis 2014 war wegen eines Streits um ein Jagdbanngebiet derart glücklos, dass Partei und Bevölkerung nach vier Jahren einem Parteikollegen den Vorzug gaben.

OW: Ein Sitz – fünf Kandidierende

1 Sitze
Sitz (2019)
Partei2015, NationalratTrend
CSP
CVP
Keine
SVP
Keine

CSP-Nationalrat Karl Vogler tritt nach acht Jahren nicht mehr an – und es ist offen, wer in der personenzentrierten Obwaldner Majorzwahl den Sitz gewinnen wird. Der CSP ist es nicht gelungen, eine eigene Kandidatur aufzubauen. Sie unterstützt den überparteilich getragenen CVP-Mann Peter Krummenacher. Dessen Partei – die stärkste im Kanton – hatte zunächst keinen Anspruch auf den Sitz erhoben, weil sie mit Erich Ettlin bereits den Ständerat stellt. Die SVP als zweitstärkste Kraft musste ihren Sitz 2011 an Vogler abgeben und portiert nun chancenreich ihre Kantonalpräsidentin Monika Rüegger. Würde sie gewählt, wäre sie Obwaldens erste Frau im Bundesparlament. Die FDP, die sich als drittstärkste Partei ebenfalls Hoffnungen auf den Sitz macht, schickt mit dem Berufsschullehrer und ehemaligen Gemeinderat Marco De Col kein politisches Schwergewicht ins Rennen. Daneben kandidieren Luke Gasser (parteilos) und Mirjam Hostetmann (Juso) – beide mit bescheidenen Erfolgsaussichten.

SH: Bürgerlicher Streit mit Folgen

2 Sitze
Sitz (2019)
Partei2015, NationalratTrend
SP
SVP

SVP und FDP haben in Schaffhausen ein schwieriges Verhältnis. Die Würmer brachten das Fass dann zum Überlaufen: Das umstrittene SVP-Plakat war für die FDP eine Provokation zu viel. Sie verzichtet nun auf eine Listenverbindung mit der SVP – mit Folgen für die Wahlen: Die übermächtige SVP wird Thomas Hurters Sitz halten, die SP dürfte sich jenen von Martina Munz sichern. Vor vier Jahren hatte dieser gewackelt, weil sich das bürgerliche Lager zusammengeschlossen hatte. Allein hat die FDP als drittstärkste Kraft jetzt aber keine Chance, auf das erforderliche Drittel der Wählerstimmen zu kommen und ihren 2007 an Hurter verlorenen Sitz zurückzuerobern.

SZ: Bleibendes Trauma für die SP

4 Sitze
Sitz (2019)
Partei2015, NationalratTrend
SVP
CVP
FDP

Die letzten Wahlen waren traumatisch für die Schwyzer SP: Andy Tschümperlin, der Fraktionschef im Bundeshaus, wurde abgewählt. Der Sitz ging an Marcel Dettling von der SVP, die als mit Abstand stärkste Partei seither zwei von vier Mandaten hält. Das dürfte so bleiben, denn die SP müsste stark zulegen, um sich den Sitz wieder zu holen. Auch sonst versprechen die diesjährigen Wahlen Stabilität: FDP-Präsidentin Petra Gössi sitzt fest im Sattel, und auch CVP-Mann Alois Gmür sollte die Wahl problemlos schaffen.

SO: SP dürfte zweiten Sitz verteidigen

6 Sitze
Sitz (2019)
Partei2015, NationalratTrend
SP
SVP
CVP
FDP

In Solothurn sind die politischen Kräfteverhältnisse stabil. Einzig innerhalb des rot-grünen Lagers ist eine Sitzverschiebung denkbar, dies aber wohl auch nur theoretisch: Die Grünen müssten sehr stark zulegen, um von der SP ihren vor acht Jahren verlorenen Sitz zurückzuerobern. Das ist für sie umso schwieriger, als bei der SP die prominenteren Köpfe antreten. Zwar kandidiert die 73-jährige Bea Heim nach 16 Jahren im Nationalrat nicht mehr. Um ihre Nachfolge buhlen Peter Gomm, der frühere Regierungsrat und Ex-Präsident der Sozialdirektorenkonferenz, sowie die SP-Kantonalpräsidentin Franziska Roth. Die SVP als wählerstärkste Partei dürfte die Sitze von Walter Wobmann und Christian Imark selbst dann verteidigen, wenn sie beim Wähleranteil moderat verliert.

SG: Grüne Hoffnung, konservatives Bangen

12 Sitze
Sitz (2019)
Partei2015, NationalratTrend
SVP
CVP
FDP
SP
GLP
Keine
GPS
Keine

Zwei Sitze sind in St. Gallen besonders umkämpft: Die SVP droht nach dem vorzeitigen Rücktritt ihres Zugpferdes Toni Brunner den fünften Sitz, ein Restmandat, zu verlieren. Als gefährdet gilt etwa Barbara Keller-Inhelder, die in vier Jahren Bern mit eiserner Disziplin und Kritik am Parlamentsbetrieb aufgefallen ist. Auch der dritte Sitz der CVP wackelt – die zweitstärkste Kraft im Kanton verliert kontinuierlich Wähleranteile. Von der Abwahl bedroht dürfte Thomas Ammann sein, der mit einem Restmandat gewählt wurde und im Bundeshaus nicht gross aufgefallen ist. Profitieren könnten die GLP – in einer breiten Listenverbindung der Mitte – und die Grünen, die 2015 ihre jeweiligen Sitze an die Rechte verloren haben. Unverändert dürften SP und FDP mit je zwei Sitzen bleiben. Damit würde sich in St. Gallen der nationale Trend widerspiegeln: Grün gewinnt, rechts verliert.

TI: Druck von links und rechts

8 Sitze
Sitz (2019)
Partei2015, NationalratTrend
CVP
FDP
Lega
SP
SVP

Die Mitte sieht sich im Tessin von beiden Polen bedrängt. FDP und CVP sind deshalb zum ersten Mal überhaupt eine Listenverbindung eingegangen. Damit wollen die beiden Parteien ihre vier Mandate absichern. Risiken tragen beide, denn die FDP tritt nur mit einem Bisherigen an, und bei der CVP ist einer der beiden Sitze ein Restmandat. Gefahr droht vor allem von links: Die SP will sich mit einer Listenverbindung mit den Grünen ihren 2011 verlorenen zweiten Sitz zurückholen – dank guter Resultate bei den kantonalen Wahlen ein aussichtsreiches Ziel. Auch die SVP und die Lega haben ihre Listen erneut verbunden. Im Nachteil ist hier die Lega, nach der FDP die zweitstärkste Kraft im Kanton: Sie hält ein Restmandat und hat kantonal verloren – die SVP hat dies mit Gewinnen teilweise kompensiert. So könnte die Allianz ihre Wähleranteile in der Summe und ihre insgesamt drei Sitze halten.

TG: Spannung trotz Stabilität

6 Sitze
Sitz (2019)
Partei2015, NationalratTrend
SVP
CVP
FDP
SP
GLP
Keine
GPS
Keine

Der Thurgau steht für Stabilität. Nur selten kam es in den letzten Jahrzehnten zu Sitzverschiebungen zwischen den Parteien. Allerdings sind vier der sechs Sitze Restmandate – und eines ist hart umkämpft: Nach dem Rücktritt von Markus Hausammann muss die SVP einen ihrer drei Sitze neu besetzen. SP, Grüne und GLP machen ihn der weitaus stärksten Thurgauer Partei mit einer Listenverbindung streitig. Der Angriff ist nicht aussichtslos: Die SVP schwächelt, die GLP hatte 2011 bis 2015 schon einmal einen Sitz inne, und die Grünen legten bei den kantonalen Wahlen 2016 zu. Das Rennen innerhalb des ökologischen Lagers ist somit offen. Angesichts der Übermacht der SVP ist jedoch wahrscheinlicher, dass dieses Bündnis lediglich den SP-Sitz von Edith Graf-Litscher absichert.

UR: CVP kann auf Sitzgewinn hoffen

1 Sitze
Sitz (2019)
Partei2015, NationalratTrend
SVP
CVP
Keine
SP
Keine

Der einzige Urner Nationalrat Beat Arnold (SVP) tritt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr an. Ob sein Parteikollege Pascal Blöchlinger seinen Sitz verteidigen kann, ist fraglich. In der Favoritenrolle ist Simon Stadler (CVP), der Sohn des populären Ex-Ständerats Hansruedi Stadler. Damit ist Uri einer der wenigen Kantone, wo die CVP gute Chancen auf einen Sitzgewinn hat. Auch die FDP hatte mit Matthias Steinegger einen chancenreichen Kandidaten im Rennen; der Sohn des früheren FDP-Präsidenten Franz Steinegger musste sich jedoch Ende September nach einem Hirnschlag zurück ziehen. Der dritte Kandidat, SP-Vertreter Urs Kälin, ist bis ins bürgerliche Lager respektiert. Trotzdem wäre seine Wahl im konservativen Uri eine Überraschung.

VD: Grün gewinnt, Nordkorea-Béglé muss zittern

18 Sitze
+1 Sitz (2019)
Partei2015, NationalratTrend
FDP
SP
SVP
GPS
CVP
GLP

Dass die Grünen ihren 2015 knapp verlorenen dritten Sitz zurückholen, ist so gut wie sicher. Weil die Waadt aufgrund ihrer Bevölkerungsentwicklung neu ein 19. Mandat erhält, ist sogar ein vierter grüner Sitz nicht ausgeschlossen. Dieser könnte dann aber auf Kosten ihrer Listenpartnerin, der SP, gehen. Selbst in diesem Fall wird aber Pierre-Yves Maillard, der starke Mann der SP Waadt und Präsident des Gewerkschaftsbundes, die Rückkehr in den Nationalrat schaffen, dem er bis 2004 schon einmal angehörte. Ein ewiger Wackelsitz ist das einzige CVP-Mandat von Ex-Post-Chef Claude Béglé, der unlängst mit seiner Nordkorea-Begeisterung Negativschlagzeilen machte. Die FDP (5 Sitze) und die GLP (1) dürften ihren Besitzstand wahren; Staatsrätin Jacqueline de Quattro wird bei der FDP den Abtretenden Fathi Derder ersetzen. Die SVP hat ihre vier Sitze 2015 mit einer schönen Stimmenreserve geholt. Anders als in anderen Grosskantonen dürfte sie ihren Besitzstand daher verteidigen; für einen fünften Sitz reicht es angesichts des nationalen Negativtrends aber kaum.

VS: Vier CVP-Sitze sind kaum zu halten

8 Sitze
Sitz (2019)
Partei2015, NationalratTrend
CVP
SVP
FDP
SP
GPS
Keine

Im Wallis hält die CVP die Hälfte der acht Sitze. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sie einen Sitz an Rot-Grün verliert, am ehesten denjenigen des Oberwallisers Thomas Egger. Innerhalb des linken Lagers dürfte er an die Grünen gehen, die damit ihren allerersten Sitz im Bergkanton erobern würden; schon bei den kantonalen Wahlen 2017 waren sie die grossen Sieger. Auch die SVP muss um ihren zweiten Sitze zittern. Dieser könnte an die FDP gehen, die einen zweiten Sitz schon 2015 nur knapp verpasst hat.

ZG: Rot-Grün statt FDP

3 Sitze
Sitz (2019)
Partei2015, NationalratTrend
CVP
FDP
SVP
ALG
Keine
SP
Keine

In Zug sind zwei der drei Nationalratssitze in Stein gemeisselt: Die beiden nationalen Schwergewichte Gerhard Pfister (CVP) und Thomas Aeschi (SVP) sind ungefährdet. Höchst gefährdet ist jedoch der FDP-Sitz nach dem Rücktritt von Bruno Pezzatti. Die Wahrscheinlichkeit, dass Rot-Grün diesen Sitz erobert, ist höher, als dass die FDP ihn halten kann. Wer innerhalb des rot-grünen Lagers den Sitz holen würde, ist offen: die SP oder die gemeinsame Liste von Grün-Alternativen und CSP. Rot-Grün könnte damit die Niederlage von 2011 wettmachen, als Jo Lang seinen Sitz verlor.

ZH: Die grünen Kräfte überragen

35 Sitze
Sitz (2019)
Partei2015, NationalratTrend
SVP
SP
FDP
GLP
CVP
GPS
BDP
EVP

Im grössten Kanton ist eine exakte Prognose besonders schwierig, weil schon kleinste Verschiebungen bei den Wähleranteilen Auswirkungen auf die Sitzverteilung haben. Die kantonalen Wahlen im Frühling und der nationale Trend sprechen aber für folgende Formel: Grün gewinnt, die Linke erstarkt insgesamt, die klassische Mitte und die SVP verlieren. Kantonal legten die Grünen und die Grünliberalen je rund fünf Prozentpunkte zu. Beide Parteien hatten 2015 Sitze verloren, nun könnten sie je eines oder gar zwei Mandate gewinnen. Die GLP ist das Zugpferd im Mitte-Verbund mit CVP, BDP und EVP. Während Letztere auf tiefem Niveau stabil bleiben dürfte, droht der BDP der Verlust des letzten Sitzes von Rosmarie Quadranti und der CVP jener des zweiten Mandats. Langzeit-Nationalrätin Kathy Riklin tritt chancenlos auf der Liste der Christlichsozialen Vereinigung an. Für den zweiten CVP-Sitz kandidieren Vertreter eines rechten Kurses, nachdem die Partei lange zwei Frauen des linken Flügels nach Bern entsandt hat. Die FDP hingegen, die auf eine breite Listenverbindung verzichtet hat, dürfte ihre fünf Sitze halten und damit als drittstärkste Kraft stabil bleiben. Bei der SVP, die im Verbund mit der EDU antritt und kantonal stark verloren hat, wackeln bis zu zwei der zwölf Sitze. Gefährdet sind Mauro Tuena, der 2015 auf Kosten der Grünen mit einem Restmandat gewählt wurde, und zwei Neo-Nationalräte, die erst kürzlich nachgerutscht sind. Auch die SP, die ein Restmandat hält, zittert um ihren neunten Sitz, nachdem sie vor vier Jahren zwei Sitze gewonnen hat. Zudem spüren die Sozialdemokraten den Sog der aufstrebenden Grünliberalen, nachdem unlängst mehrere prominente Mitglieder die Partei gewechselt haben. Andererseits könnten die AL-Stimmen in der Listenverbindung der SP den Sitz sichern.