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Nach jedem Skandal das Versprechen, es werde besser - und dann?

Die Grossbank gelobt Besserung, und prompt folgt der nächste Wirbel. Zehn Versprechen im Realitätscheck.

Christian Brönnimann, Svenson Cornehls
Aktualisiert am 21. Februar 2022

Seit Sonntagabend berichten Medien weltweit über geheime Konten bei der Credit Suisse. Das Datenleck Suisse Secrets enthüllt, dass die zweitgrösste Schweizer Bank offenbar zahlreiche Autokraten, Verbrecher oder Geheimdienstler als Kunden hatte. Auf einer Liste des Journalistenkollektivs OCCRP1 Element/Icon/14/External_Story Link_narrow@1.5x sind mehr als 60 Kunden, die als heikel oder gar kriminell bezeichnet werden. Allein sie sollen bei der CS insgesamt ein maximales Vermögen von über 8 Milliarden Franken gehabt haben. Etliche der Konten waren gemäss der Berichterstattung bis mindestens Mitte des letzten Jahrzehnts aktiv.

Die CS weist in einem Statement «die Vorwürfe und Unterstellungen über angebliche Geschäftspraktiken der Bank entschieden zurück». Die vorgebrachten Themen seien «überwiegend historischer Natur». Die Bank habe in den letzten zehn Jahren «erhebliche weitere Investitionen zur Bekämpfung von Finanzkriminalität» getätigt.

Seit über 20 Jahren versichert die CS jeweils nach jedem Skandal, dass es sich hierbei um Altlasten handelte und man nun korrekt arbeitet. Was sind diese Versprechen wert? Das Recherchedesk von Tamedia hat zehn Versprechen der CS-Spitze genauer unter die Lupe genommen. Eine Chronologie: